Home Warum ist die russische Menschenrechtsorganisation MEMORIAL so wichtig für Deutschland?

Warum ist die russische Menschenrechtsorganisation MEMORIAL so wichtig für Deutschland?

by Dana Bondarenko

P.A.N.D.A Theater
Knaackstr. 97


Der ältesten Menschenrechtsorganisation Russlands droht das Aus: Die
Generalstaatsanwaltschaft hat beim Obersten Gericht einen Antrag auf
Auflösung von Memorial International gestellt. Damit droht der
größten Menschenrechtsorganisation in Russland, die u. A. essentielle Aufarbeitung zur sowjetischen Gewaltherrschaft leistet die Zwangsauflösung. Die Generalstaatsanwaltschaft wirft der Organisation ‘wiederholte Verstöße’
gegen das Gesetz über ‘Ausländische Agenten’ vor. Sollte der Oberste
Gerichtshof dem Antrag stattgeben und die Auflösung der Organisation
verordnen, verliert Russland einen der wichtigsten Akteure seines historischen Gedächtnisses und der Zivilgesellschaft. Welche Bedeutung hätte dieser Schritt für Deutschland, welches von dem durch Memorial organisierten Austausch durch bspw. die Weiterbildung von Lehrern profitiert? Warum ist Memorials Arbeit überhaupt so wichtig für das deutsche Geschichtsverständnis oder die deutsche Erinnerungskultur? In welchem politischen und strategischen Zusammenhang ist der Angriff auf Memorial zu verstehen und welche ideologische Grundlage liegt ihm zugrunde? Wird die Auflösung der Organisation in Russland auch Einfluss auf die Arbeit der internationalen Ableger Memorials haben? Was passiert mit Memorial Deutschland? Wird Memorial seine Arbeit hier nun intensivieren und seine Aktivitäten ins Ausland verlegen oder droht der Organisation insgesamt die Auflösung? Diese und viele weitere Fragen diskutieren wir mit der Historikerin Dr. Anke Giesen Mitglied des Vorstands von Memorial International und dem Autor Boris Schumantsky.

Dr. Anke Giesen ist Vorstandsmitglied von Memorial Deutschland und Memorial International. Giesen ist Referentin der Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie und beschäftigt sich u. A. mit der Erinnerungskultur sowjetischer Repression. Sie ist Historikerin und promovierte in Magdeburg.

Boris Schumantsky ist Schriftsteller und Publizist. Er schreibt regelmäßig für die taz, FAZ, NZZ und Die ZEIT. 2016 erschien sein Essayband Der neue Untertan. Populismus, Postmoderne, Putin.

Das Gespräch wird von Nikolai Klimeniouk moderiert.

Die Veranstaltung findet in Berlin in den Räumlichkeiten der PANDA platforma statt. Diejenigen, die es nicht schaffen zu kommen, können die Diskussion bei Facebook und YouTube im livestream verfolgen.

Die Veranstaltung wird vom BMI (Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat) gefördert.


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